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Lausitzer Rundschau vom 04.08.2010
13. August 2010 Lausitzer Rundschau vom 04.08.2010

Leistungssportprojekt der Bundespolizei vor Aus in Cottbus

Cottbus: Dem Leistungssportprojekt der Bundespolizei droht in Cottbus das Aus. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat dem Bundesinnenministerium (BMI) einen Standortwechsel nahegelegt. In Potsdam würden die Standortvorteile gegenüber Cottbus deutlich überwiegen, heißt es. Das BMI will bis Ende dieses Jahres über eine Verlegung entscheiden. Politik und Sport in Cottbus sind bestürzt.

In einem Schreiben von DOSB-Generalsekretär Michael Vesper, das der RUNDSCHAU vorliegt, heißt es, der DOSB vertrete auf der Basis einer sportfachlichen Analyse zur Spitzensportförderung der Bundespolizei am Standort Cottbus die Auffassung, »dass nach einem Förderzeitraum von über zehn Jahren der Gesamterfolg der Spitzensportförderung nicht zufriedenstellend ist und die sonstigen Rahmenbedingungen vor Ort nicht gegeben sind, um Spitzenleistungen im Weltmaßstab dauerhaft abzusichern«.

Im BMI werde derzeit geprüft, »welche Möglichkeiten bestehen, um das Bundesleistungssportprojekt dauerhaft erfolgreich gestalten zu können«. Darin eingeschlossen seien Überlegungen, gegebenenfalls eine Standortverlagerung innerhalb des Olympiastützpunktes Brandenburg vorzunehmen, teilte Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär im BMI, vor einigen Wochen mit.

Gerüchte um einen Umzug gab es schon längere Zeit, nach dem Brief des DOSB sind Politik und Sport in der Stadt Cottbus jetzt alarmiert. »Die Argumente sind für mich nicht nachvollziehbar und auch nicht hinnehmbar. Eine Verlegung wäre für die Stadt Cottbus ein nicht mehr wettzumachender Verlust. Auch unter Kostengesichtspunkten wäre eine Verlegung in Gänze nicht darstellbar. Wer bezahlt am Ende die Herrichtung eines neuen Standortes in Potsdam?«, erklärte der Cottbuser Landtagsabgeordnete Jürgen Maresch (Die Linke). »Auch unter regionalpolitischen Bedingungen muss das Leistungssportprojekt in Cottbus bleiben. Brandenburg ist mehr als Potsdam«, so Maresch.